Band 7: Der Strom des Lebens

 

 

 

Nach vorne schauen.
Zusammenhalten.
Weitermachen.



Ex-Agent Vikram Sandeep hat die Leitung seines Waisenhauses Dar-as-Salam bei Srinagar in die Hände seines ehemaligen Zöglings Yussuf Sadaq gelegt. Nun genießt er seinen Lebensabend, zusammen mit seiner Frau Sameera und seinem besten Freund Raja Sharma. Natürlich stehen alle drei ihren Kindern, Enkeln und Freunden auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite, wenn ihre Hilfe gebraucht wird. Das ist in der Unruheprovinz Kashmir öfter der Fall, als ihnen lieb sein kann – und zudem haben sie noch immer Feinde, die ihnen nach dem Leben trachten…


tredition, 2022 (572 Seiten)
Paperback (ISBN 978-3-347-62728-4): € 20,99
eBook (ISBN 978-3-347-62729-1): € 5,99

Erhältlich bei jeder Buchhandlung sowie online bei der Autorenwelt u.a. (siehe Shop).

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Leseprobe

»Verzeihung, kann ich Ihnen vielleicht behilflich sein?«
   Vikram fuhr herum. Auf der Beifahrerseite des Jeeps stand Raja und grinste ihn vergnügt an.
   »Raja!« Er schüttelte lächelnd den Kopf. »Gerade habe ich an dich gedacht.«
   »Solltest du auch«, erwiderte Raja. »Und, alle vier Reifen ganz?«
   »Ja, klar«, antwortete Vikram verwirrt. »Wieso…«
   »Okay, diesmal also kein Reifenwechsel«, stellte Raja fest und hielt eine große Tüte hoch. »Aber vielleicht hast du Lust auf ein Stück Mandelkuchen?«
   Vikram schnaubte belustigt. »Sag mal, hast du vor, hier unsere erste Begegnung nachzuspielen?«
   »Nein«, gab Raja zurück; seine Augen funkelten heiter. »Aber an sie zu erinnern. Hast du vergessen, was für ein Tag heute ist?«
   »Mittwoch…«, begann Vikram; dann stutzte er, und plötzlich leuchteten seine Augen auf. »Natürlich – heute ist ja der 24. Mai! Daran hatte ich wirklich nicht mehr gedacht.«
   »Wie schön!«, grinste Raja. »Dann konnte ich dich ja tatsächlich überraschen.«
   Er öffnete die Jeeptür und ließ sich auf dem Beifahrersitz nieder.
   »Heute vor genau zwanzig Jahren hat sich mein Leben verändert«, sagte er. »Als ich hier einen Kleinbus mit Plattfuß und eine Horde lebhafter Schulkinder entdeckt habe, und mitten unter ihnen einen bedauernswerten Fahrer, der mir in seiner Situation einfach nur leidgetan hat und dem ich mal eben zur Hand gehen wollte.«
   »Was seitdem zu deiner Gewohnheit geworden ist«, schmunzelte Vikram. »Zwanzig Jahre… wer hätte das damals geahnt.«
   »Niemand«, pflichtete Raja ihm bei. »Wie gut, dass das Schicksal seinen eigenen Kopf hat, was?«
   »Ich habe jedenfalls allen Grund, ihm dankbar zu sein«, versetzte Vikram.
   »Ich auch«, nickte Raja.

 

Leserrezensionen (mit Bewertung)

Wieder ein guter Teil
Nicole_Thoene, 16. Mai 2022 (5/5)

Das Cover gefällt mir sehr gut, die blaue Farbe passt sehr gut zu dem Landschaftsbild, das sich darauf befindet.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir durch den flüssigen Schreibstil wieder sehr gut gelungen.
Die Kapitel sind nicht zu lang und lassen sich dadurch angenehm lesen. Ausserdem ist die Geschichte schon ab dem ersten Kapitel fesselnd.
Was mir besonders gut gefällt ist, dass die Schurken mittendrin sind. Natürlich ist das auch spannend.
Um das Buch lesen zu können, sollte man schon die Vorgängerbänder gelesen haben, damit man einen besseren Bezug zu den Figuren hat.
Es geht um Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt.
Persönlich gefällt mir die Saga sehr gut.
Klare Weiterempfehlung.


Ein Abschied, der schwerfällt
Langeweile, 25. Mai 2022 (5/5)

Ich habe die Reihe vom ersten Band an mit großer Begeisterung gelesen und sah diesem abschließenden Buch voller Spannung entgegen. Im Laufe der Jahre wuchsen mir die einzelnen Personen immer mehr ans Herz und es war jedes Mal ein nach Hause kommen zu liebgewonnenen Freunden. Es geht erneut um die beiden Familien Sharma und Sandeep , die sich im Laufe der Jahre immer mehr vergrößert und verzweigt haben.

Liebe, Leid, große Gefühle, aber auch viel Dramatik bestimmen ebenso wie in den vorhergehenden Bänden die Geschichte. Neben dem Alltag des großen Familienclans ,mit großen und kleinen Problemen aber auch viel Freude,geht es auch um die politische und wirtschaftliche Lage von Kashmir. Natürlich wird auch der Landschaftsbeschreibung wieder ein größerer Rahmen eingeräumt. Ich möchte von der Handlung nicht mehr verraten, um den anderen Lesern die Spannung zu erhalten.

Ich nehme mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied von den liebgewordenen Protagonisten und werde sicherlich noch oft an diese großartigen Bücher denken.

Selbstverständlich vergebe ich fünf Sterne und eine Leseempfehlung.


Zwischen Trauer und Freude, Tod und Geburt
mabuerele, 27. Mai 2022 (5/5)

„...Lange betrachtete er das Foto, das den gesamten Bildschirm ausfüllte. Ein hübsches junges Mädchen von 17 Jahren mit langen, dunklen Zöpfen und blauen Augen, die vor Lebensfreude leuchteten...“

Der letzte Band der Saga beginnt mit Sanins Erinnerungen. Das junge Mädchen ist seine Schwester Salma. Sie lebt im Haus des Friedens, dass er vor sieben Jahren verlassen hat, um sich fanatischen Kämpfern anzuschießen. Obwohl er sich einredet, dass die Entscheidung richtig war, kommen ihn doch manch positive Erinnerungen.

Auch der letzte Teil der Saga lässt an Spannungen keine Wünsche offen.Außerdem beantwortet er die noch offenen Fragen und sorgt für einen runden Abschluss.

Der Schriftstil passt sich den Gegebenheiten an. Und die sind im Kashmir sehr vielfältig. Obwohl die Geschichte in der nahen Zukunft spielt, sind Attentate eher die Regel als die Ausnahme. Dabei kann es durchaus völlig Unbeteiligte treffen. Andererseits gibt es viele ruhige und besinnliche Szenen. Natürlich gehören in einen Abschlussband die eine oder andere Rückblende, auch um zu zeigen, wie sich mancher der Protagonisten entwickelt hat.

  „,,,“Weißt du“, fuhr Vishal fort, „ich denke oft an diese Zeit zurück. Nicht nur wegen Raja. Ich erinnere mich vor allem daran, wie wir dieses Haus nach den Sturmschäden wieder aufgebaut haben.“...“

Mittlerweile leitet Yussuf das Kinderheim. Natürlich stehen ihm Vikram, Sameera und Raja mit Rat und Tat zur Seite. Und dann gibt ihm eine selbstbewusste Frau zu verstehen, dass sie mit ihm leben will.

Eine gehörige Prise Humor darf an passenden Stellen nicht fehlen. Gerade ist Vikram von einer Leietr gestürzt.

  „...Sameera starrte auf das Corpus Delicti und schüttelte den Kopf. „Dir ist schon klar, dass ich damit eigentlich Tabletten aus dem Medizinschrank gemeint habe, ja?“ „Klar ist mir das klar“, antwortete Raja […]. „Aber so wie ich den alten Löwen kenne, nimmt er Schmerzmittel lieber in flüssiger als in fester Form zu sich.“...“

Das Buch lebt auch von den vielen Gesprächen, die immer etwas Besonderes sind und in die Tiefe gehen. Ich denke hier zuerst an den Dialog, den Vikram mit seinem Sohn Mohan führt. Auch das Gespräch zwischen Raja und seinem Enkel auf einer Bergtour ist sehr inhaltsreich. Nicht unerwähnt möchte ich Rajas weise Sprüche lassen. Hier ist einer davon:

  „...Wenn du nach vorne schaust, kannst du nicht über Dinge stolpern, die hinter dir liegen...“

Die Geschichte geht über einige Jahre. Trauer und Freude wechseln mit Tod und Geburt. Hochzeiten sind Höhepunkte im Haus des Friedens. Aus Kindern werden Leute, die zum Teil ihr Bestimmung in den verschiedenen Ländern der Welt finden. Nicht jeder Traum geht sofort in Erfüllung.

Dann wiederum gibt es Sätze, die eine Situation mit beklemmender Wucht beschreiben.

  „...Ein weiterer Engel des Schweigens ging zwischen ihnen vorüber. Erst nach langen Sekunden hob Salma vorsichtig den Kopf….“

Es gäbe noch manches zu dem Buch zu sagen. Die Reihe der möglichen Zitate übersteigt die Anforderung einer Rezension. Möge der zukünftige Leser die Feinheiten der Geschichte selbst erspüren.

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es erzählt eine Geschichte von bedingungsloser Freundschaft, die auch in schwierigen Zeiten hält, von Hoffnung und stetem Neuanfang und von Toleranz in einem Land, das das Wort wenig kennt. Das letzte Wort darf noch einmal Raja haben:

  „...Denk daran: Immer wenn die Nacht am kältesten und dunkelsten ist, steht die Morgendämmerung unmittelbar bevor, und die Sonne geht wieder auf...“


Der Strom des Lebens - fließt weiter
Gelinde, 28. Mai 2022 (5/5)

Dies ist nun der 7. Und letzte Band der Kashmir-Saga.

Ein wahres Epos geht zu Ende – leider und ich fühle einen wahren Abschiedsschmerz.

So viel Gefühl, so viel Emotionen, schöne wie auch traurige.

Wieder ist es dem Autorenduo gelungen mich tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Ich war in Kashmir, mit Haut und Haaren. Habe die Geschichte miterlebt und mit gefiebert. Ich habe mich gefreut und mir blieb an einer Stelle die Spucke weg und ich musste einen Tag pausierten.

Einfach brillant wie wir nochmals das Leben aller Zöglinge der ersten Generationen erleben durften.

Voller Feingefühl wird uns wieder vor Augen geführt wie wertvoll Freundschaft und ein fester Zusammenhalt ist. Auch wenn Niederlagen, Tod und Zerstörung den Moment beherrschen. Doch Liebe, Toleranz und Hoffnung geben immer Raum zu einem Neubeginn.

Bei allem Schrecken und allen dramatischen Ereignissen, gab es ein wunderbar versöhnliches Ende, das zeigt, der Strom des Lebens geht unaufhaltsam weiter.

Wie auch ein tolles Zitat aus dem Buch beschreibt: Der Fluss setzte seinen Weg zum Meer fort, ob das Rad der Mühle gebrochen ist oder nicht.

Ich habe jede der gut 550 Seiten genossen (auch wenn ich manchmal die Luft anhalten musste). Die vier Hauptprotagoisten werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben und in mir nachhallen.

Mein Fazit: Ein krönender Abschluss, für die brillante Kashmir-Saga.

Ich bin wieder absolut begeistert und würde gern mehr als 5 Sterne vergeben.


Der letzte Band der Kashmir-Saga - ein schwerer Abschied
Martinchen, 28. Mai 2022 (5/5)

Mit „Der Strom des Lebens“ liegt nun der letzte der sieben Bände um Vikram Sandeep, seiner Frau Sameera und seinem Freund Raja Sharma vor. Vikram hat die Leitung des Dar-as-Salam seinem ehemaligen Zögling Yussuf Sadaq anvertraut und möchte seinen Lebensabend genießen. Das heißt jedoch nicht, dass Vikram, Sameera und Raja untätig sind, denn ihr Rat und ihre Unterstützung werden nach wie vor gebraucht.

Das von Simone Dorra und Ingrid Zellner diesem Band vorausgestellte Zitat von Khalil Gibral: „Der Fluss setzt seinen Weg zum Meer fort, ob das Rad der Mühle nun gebrochen ist oder nicht.“ bildet das Leitmotiv für diesen letzten Teil der Geschichte um die beiden Familien Sandeep und Sharma. Daraus lässt sich bereits ableiten, dass der Lebensabend der Freunde sich in der unruhigen Provinz Kashmir nicht immer beschaulich ist.

Die Protagonisten sind aus den Vorgängerbänden gut bekannt, das Lesen ist wie ein Wiedersehen mit guten Freunden. Die ersten Kinder, die Vikram im Dar-as-Salam aufgenommen hat, sind erwachsen und gehen ihre eigenen Wege, starke Bindungen bleiben bestehen. Das ist kein Wunder, denn die Liebe zwischen den Freunden ist stark und beständig, was auch die großen und kleinen Kinder spüren.

Insbesondere Raja macht sich das erwähnte Zitat zu eigen, denn egal, was passiert, er ist derjenige, der nach der Trauer nach vorne schaut und den anderen den Mut gibt, weiterzumachen oder neu anzufangen.

Wie bei den anderen Bänden auch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Dafür gilt den beiden Autorinnen Simone Dorra und Ingrid Zellner ein großes Lob, die das über die sieben Bände wunderbar hinbekommen haben.

Fazit: unbedingt lesen – und zwar alle Bände!

 

Spannend, aber auch etwas fürs Herz
David, 29. Mai 2022 (5/5)

Obwohl ich die Vorgängerbände nicht gelesen habe, hatte ich keine Probleme der Geschichte von Anfang an zu folgen, denn in den ersten Kapiteln werden die wichtigsten Figuren nochmals vorgestellt und das Personenverzeichnis am Ende des Buches ist eine weitere Unterstützung. Die beiden Autorinnen schaffen es mit ihren Schreibstilen den Leser zu fesseln, aber auch gleichzeitig zu berühren, indem die Schicksale der Protagonisten auf eindrucksvolle Weise dargestellt werden. Sehr viel Spannung, gepaart mit Drama und ganz viel Liebe sorgen für gute Unterhaltung und machen dieses Buch absolut lesenswert.

 

Ein Leseabenteuer, das sich lohnt!
Coriso, 30. Mai 2022 (5/5)

Wen das wunderschöne Cover anzieht und wer neugierig auf die Kashmir-Saga ist, darf sich trauen gleich mit dem 7. Band einzusteigen.

Die Handlung ist eingebettet in Rückblenden zu früheren Bänden, die die Verhaltensweisen der Protagonisten und die Handlungsstränge verständlich und schlüssig machen. Ein ausführliches Personenverzeichnis und ein umfangreicher Glossar unterstützen dabei.

Wir tauchen mit dem 7. Band in ein besetehendes Freundschafts- und Familiennetz rund um das Waisenhaus Dar-as-Salam ein. Aufgrund der Glaubenskonflikte in Kashmir sind dem Haus und den damit verbundenen Menschen nicht alle wohlgesonnen und so erleben wir neben Liebe, Glück und Segen eben auch Schicksalsschläge, Terror und Gewalt. Es ist der "Strom des Lebens" mit vielen Gefühlsfacetten, der den Spannungsbogen hält mit eingestreuten Informationen über Kashmir und den dort herrschenden Glaubenskonflikten im Land.

Nach der Lektüre des letzten Bandes hat man das Gefühl, gleich mehrere Bände der Saga auf einmal gelesen zu haben.

Ein Leseabenteuer, das sich lohnt!

 

Abschied von den Bewohnern des Dar-as-Salam
Lesewunder, 5. Juni 2022 (5/5)

Die Zeit steht auch im Waisenhaus nicht still. Paare finden sich, die man so nicht erwartet hätte. Kinder werden geboren und tragen die Fackel weiter.

Doch da das Waisenhaus keine Insel ist, sind weiterhin die Feinde aktiv und versuchen , den Bewohnern zu schaden. Auch wenn es schon einige Jahre her ist, sinnt Sinan immer noch auf Rache für seine Schwester Salma, die vergewaltigt wurde. Die Täter wurden nie gefasst und er macht Vikram dafür verantwortlich. Aus diesem Grund hat sich Sinan einer radikal islamischen Gruppierung angeschlossen.

Wieder zwingt das Schicksal die Bewohner des Dar-as-Salam ihr Leben neu zu ordnen. Nur gut, dass die Bande des Vertrauens und der Freundschaft so fest geknüpft sind, dass neue Hoffnung entstehen kann.

Da ich wusste, dass dieser 7. Band definitiv der letzte aus der Reihe sein würde, war ich - so glaubte ich zumindest - auf das schlimmste gefasst. Doch wie bereits in den wundervollen und absolut lesenswerten Vorgängerbänden haben mich die Autorinnen überrascht. Wer hätte gedacht, dass Ahmad, der gefeierte Sternekoch, die Küche im Dar-as-Salam übernimmt ? Auch dass Najiha Kamal sich nochmals verlieben würde, war eine freudige Wendung.

Da das Schicksal nicht nur gute Dinge im Gepäck hat, gab es es auch reichlich Gelegenheit, mit ihm zu hadern und ab und zu war ich für ein Taschentuch in der Nähe dankbar.

So erschreckend die Ereignisse am Ende des Buches sind, überwiegt dennoch die Hoffnung. Der Zusammenhalt der Bewohner und die Liebe zu einander geben mir die Gewissheit, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Sie werden ihren Weg weiter gehen.

Ich aber bleibe allein zurück und bin den Autorinnen aufrichtig dankbar, dass sie mir die Tür zu dieser Welt geöffnet haben. Ich habe vieles über Kashmir gelernt wie die bedrückenden politischen und sozialen Verhältnisse, die Vielzahl der Gerichte, bei deren Beschreibung allein mir das Wasser im Mund zusammengelaufen ist und die Einblicke in indische Filmmusik. Das wird überstrahlt von den liebenswerten , lebendigen Charakteren, die ich über so viele Jahre begleiten durfte. Die Ereignisse waren oft erschreckend, berührend und auch zum lachen, aber nie pathetisch oder unrealistisch.

Shukriya !

 

Gelungener spannender Abschluss der Saga
irismaria, 5. Juni 2022 (5/5)

Seit vielen Jahren begleitet mich die Kashmir Saga von Simone Dorra und Ingrid Zellner rund um die beiden Familien Sandeep und Sharma. Jeder neue Band war ein Lesehighlight und ich habe mit den Figuren gelacht, geweint, gehofft und mich gefreut. Die Saga umfasst mehrere Jahrzehnte Familiengeschichte mit viel Freundschaft und Liebe aber auch Trauer und Schmerz. Die politisch brisante Lage in Kaschmir wirkte sich immer wieder auf das Leben der Figuren aus und sorgte für spannende Actionszenen, so auch im letzten Band „Der strom des Lebens“

Ich möchte in dieser Rezension nicht zu viel vom Inhalt verraten, nur dass es ein berührender spannender und gelungener Abschluss der ganzen Reihe ist, die ich sehr empfehlen kann.

Das Autorinnen Duo hat lebendige Charaktere erschaffen, von denen mir sehr viele ans Herz gewachsen sind.

 

Der Fluss setzt seinen Weg zum Meer fort .....
SusanD, 5. Juni 2022 (5/5)

Vikram Sandeep hat die Leitung seines Waisenhauses, dem "Haus des Friedens" in die Hände eines seiner Zöglinge gelegt und möchte nun seinen Lebensabend zusammen mit seiner Familie und seinem Nenn-Bruder Raja Sharma genießen, doch das Leben im krisengeschüttelten Kashmir lassen die Familie nicht zur Ruhe kommen ....

Mit der "Der Strom des Lebens" , dem siebten und finalen Band. findet die Kashmir-Saga um zwei befreundete Familien und ein außergewöhnliches Waisenhaus, das "Haus des Friedens", in einem krisengeschüttelten Land seinen krönenden Abschluss. Und der Satz "Der Fluss setzte seinen Weg zum Meer fort, ob das Rad der Mühle gebrochen ist oder nicht.." gibt eigentlich auch die Essenz dieser bemerkenswerte Reihe wieder, in denen der Strom des Lebens von keinem Ereignis, sei es noch so schön oder furchtbar, unterbrochen wird - es geht immer weiter!
Da auch dieser Band anfangs wieder eine geschickte kurze Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse in die aktuelle Handlung beinhaltet und es ein umfassendes Personenverzeichnis am Ende gibt, können auch Neueinstieger in die Serie mit diesem siebten Band der Saga etwa anfangen, doch sie verpassen eine wunderbare Geschichte aus den vorherigen Bänden.

Der flüssige Schreibstil und die hoch emotionale Geschichte zieht die Leser*Innen in ihren Bann und so sind die knapp 600 Seiten eines ungewöhnlichen Formates auch schneller gelesen, als einem lieb sein kann! Auch dieser Band strotzt nur wieder von Schönem, LIebe, Beziehungen, Freundschaften, Vertrauen und Zusammenhalt, aber auch Terror und Tod, Korruption und Hinterhältigkeit in der Region des Himalyas. das vor allem durch seine Vielfältigkeit und Schönheit und leider auch Unruhen ausgezeichnet ist. Die beiden Autorinnen Simone Dorra und Ingrid Zellner scheuen sich nicht, die Probleme Kashmirs und ihre Auswirkungen auf die Bewohner zu benennen und so ist natürlich manches Drama vorprogrammiert. Trotz allem gelingt es ihnen, dabei nie ins Kitschige abzugleiten und die großen Bollywood-Schinken begegnen uns Lesern nur in den Filmen und Liedern, die die Waisenhaus-Bewohner zitieren.DIe zahlreich verwendeten Bezeichnungen in den verschiedenen, in Kashmir genutzten Sprachen sind in einem Anhang erklärt, so dass einiges Blättern erforderlich ist.

Im Roman wechseln hochspannende Passagen mit eher ruhigen, aber sehr informativen und anschaulich beschriebenen Ereignissen ab und ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, wie die einzelnen Dramen ihre Auflösung finden - authentisch leider nicht immer positiv.

Besonders berührt hat mich diesmal die Beschreibung der Frauenschicksale in Indien, die oftmals ausschließlich zur Produktion eines männlichen Erbens benutzt werden und unter furchtbaren Bedingungen nicht selten in den Selbstmord getrieben werden.

Die mehrdimensional angelegten Figuren lösen im Leser starke Emotionen aus und schnell hat man das Gefühl, alle persönlich zu kennen, entwickelt Vorlieben und Abneigungen. Und immer liegen Freud und Leid dicht beieinander.

Ich kann einfach nur fünf Sterne vergeben und empfehle jede*r Leser*In , sich einfach die gesamte Kashmir-Saga zu gönnen. UNd ich hoffe darauf, dass diese tolle Autor*Innen Duo uns bald wieder mit einer neuen Geschichte aus fremden Landen überrascht!


Der Strom des Lebens

Gartenfee007, 6. Juni 2022 (5/5)

Dieser siebte Band ist leider auch der letzte aus der Reihe. Ich bin wirklich sehr traurig darüber. Das DAR-AS-SALAM und seine Bewohner und Gönner sind einfach etwas sehr besonderes. Man leidet und freut sich mit ihnen. Auch diesmal gab es wieder wunderschöne Momente und leider auch viele schreckliche. Trotzdem konnte ich das Buch nicht aus den Händen nehmen. Simone und Ingrid schreiben einfach so unglaublich detailliert und gefühlvoll. Ich fieberte von Seite zu Seite und doch wußte ich, daß es der letzte Band sein wird. Es wurde niemals langweilig und die Taschentücherbox stand die ganze Zeit neben mir. Die brauchte man leider auch. Ein Beruhigungstee wäre manchmal auch hilfreich gewesen. Ich habe alle Bände aus der Reihe durchgesuchtet und eine Verfilmung hätte diese Reihe wirklich verdient.

 

Ein gelungener Abschuss einer wunderbaren Reihe
Vanessa-v8, 13. Juni 2022 (5/5)

Der Strom des Lebens von Simone Dorra und Ingrid Zellner ist der 7. Teil der Kashmir-Saga und somit auch der letzte Band einer unglaublichen und faszinierenden Reihe. In dieser Reihe geht es um ein Waisenhaus in Indien und deren Bewohner.

Der Schreibstil ist sehr locker und auch humorvoll, die Seiten fliegen nur so dahin, es wird immer wieder Spannung aufgebaut, sodass man immer weiter lesen muss wie es denn nun weiter geht. Wir können lesen wie es mit den Schützlingen weiter geht und neue Beziehungen geknüpft werden. Leider muss der Leser sich in diesem Band auch von lieb gewonnenen Protagonisten verabschieden, aber wie der Titel dieses Buches schon sagt, der Strom des Lebens geht weiter, auch ohne einige Protagonisten.

Bildlich konnte ich mir alles gut vorstellen, gleich von Anfang an hatte ich das Gefühl mitten in der Kashmir Saga zu sein, dass ist den beiden Autorinnen wieder sehr gut gelungen.

Fazit: Absolut gelungener letzter Teil dieser Kashmir-Saga, von mir gibt es daher eine klare Kaufempfehlung, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und konnte das Buch nicht aus der Hand legen, daher gibt es von mir die vollen 5 Sterne von 5 möglichen Sternen. Diese Saga hat von jedem etwas, Romantik, Spannung, und auch etwas von einem Thriller , also für jeden ist etwas dabei.


Der Fluss setzt seinen Weg fort
Saphir610, 15. Juni 2022 (5/5)

Band VII der Kashmir Sage und damit auch der Abschluss der Reihe.

Die Geschichte des Dar-as-Salam geht weiter. Die Leitung des Waisenhauses wird vom Gründer Vikram Sandeep und seiner Frau in die Hände eines ehemaligen Zöglings gelegt. Die Freundschaft zu Raja ist fast noch tiefer geworden und zusammen wollen sie nun den sog. Lebensabend mehr genießen. Aber richtig ruhig wird es nie, schon gar nicht in einer Region wie Kashmir.

Wieder ist dieser Roman eine gekonnte Mischung aus tiefen Gefühlen, Liebe, Gefahr und Terror, was die Situation in diesem Land gut darstellt.

Auch auf die Gefahr hin das ich mich wiederhole, auch dieser Roman ist, wie die gesamte Reihe, für mich etwas Besonderes. Kashmir ist für uns weit weg und die Geschichte um Vikram Sandeep zeigt dem Leser die Situation dort sehr deutlich. Sie zeigt aber den Mut so vieler Leute, weiter zu machen, die Hoffnung nicht aufzugeben und für ein besseres Miteinander leben zu kämpfen. Durch die verschiedenen Schicksale die in diesem Buch, fast schon leicht, mit einfließen werden so viele Dinge erwähnt, die auch die Lebensumstände dort zeigen. Wie die Fixierung auf einen männlichen Erben und was das für die Frauen bedeutet, was Fanatismus und Terror anrichten, wie viel Freundschaft und Liebe bedeuten und bewegen können.

Dass hier zwei Autorinnen am Werk waren ist beim Lesen gar nicht zu merken, ein perfektes Zusammenwirken und Ergänzen. Eine abwechslungsreiche Geschichte, sehr schön erzählt. Und mir ist gar nicht bewusst wie lange mich die Kashmir-Saga schon begleitet, so gut kann ich mich noch an die Anfänge erinnern. Auch beim Strom des Lebens werden Vorkommnisse und Personen aus früheren Bänden gut zur Erklärung mit eingeflochten.

Für „Strom des Lebens“ kann ich wieder eine komplette Leseempfehlung geben.


Krönender Abschluss
Tulpe29, 22. Juni 2022 (5/5)

Nun ist auch der letzte Teil dieser bewegenden Saga gelesen. Es war wieder sehr erlebnisreich, zum Mitfiebern und Abtauchen in eine völlig andere Welt. Leider ist diese nicht so märchenhaft, wie sie dem Leser zeitweise erscheint, denn Terror, Kriminalität und Hass herrschen in der Region immer noch.

Es gibt dort nicht nur buntes, orientalisch anmutendes Treiben und schöne Teppiche, auch Krieg und Leid im Überfluss.

Die bittere Erfahrung müssen die Protagonisten Vikram, Sameera und Raja wiederholt machen. Auch im Ruhestand ist ihnen nur wenig Glück vergönnt.

Aber es gibt auch Hoffnung und eine tiefe Dankbarkeit für alle schönen Stunden. Und ein kleiner Vikram ist auch schon da. Er ist die Zukunft und lässt an ein besseres Leben in absehbarer Zeit glauben.

Oft traurig, aber realitätsnah, sehr gut recherchiert und mit viel Hingabe geschrieben ist dieses Buch.


Leid und Freude
Angelsammy, 1. Juli 2022 (5/5)

Der siebte und letzte Band der Saga rund um zwei Familien, leider, leider. Das hinterlässt einen gewissen Schmerz und Wehmut, bei mir, der geneigten Leserin.

Jetzt feiern ja demnächst sowohl Indien als auch Pakistan 75jähriges Bestehen. Jedoch hat das einstige Empire noch weit andere Wunden hinterlassen. Eines dieser Zankäpfel ist Kashmir. Eine Region mit noch immer ungewissem Status, nicht wirklich zu Indien oder Pakistan gehörend, obwohl beide Länder Anspruch darauf erheben.

Das ändert aber nichts daran, dass trotzdem verschiedene Ethnien und Konfessionen dort größtenteils und immer wieder periodisch in Frieden zusammenleben, obwohl es Terror gibt.

In diesem Spannungsfeld lebt Ex-Agent Vikram Sandeep und seine Frau Sameera. Das Waisenhaus Dar-as-Salam bei Srinagar leitet nun sein Protégé und Sohn Yussuf Sadaq. Der war einst selbst einer der Waisen. Raja Sharma, bester Freund Vikrams ist glücklicherweise ebenfalls dort.

Es könnte alles so schön sein und die drei helfen selbstredend, wann immer nötig, Yussuf und Co.

Jedoch gibt es ja nach wie vor eben Unruhe in Kashmir und alte Antagonisten schlafen nicht ...

Sehr schade, dass nun das Epos zu Ende geht. Das Ende ist durchaus sehr befriedigend. Tragik und Glück liegen, wie so oft im Leben, wieder eng beieinander.

Es gibt unverhoffte Wendungen, packende Emotionen, Tiefe und psychologische Feinzeichnung. Wieder einmal exzellent recheriert. Ein Verzeichnis der Dramatis Personae sowie ein Glossar sind sehr hilfreich.

Den Autorinnen gelingt es sehr gut, den menschlichen Faktor, das allzu Humane im Negativen wie im Positiven spannend wie ergreifend darzustellen.

Man bekommt auch, als schönen Nebeneffekt, auch wieder Lust Kashmir von Led Zeppelin zu hören. Danke, Simone Dorra und Ingrid Zellner!!!


Der Strom des Lebens
Edith Nebel, 24. August 2022

„Sameera schloss die Augen ‚Der Fluss setzt seinen Weg zum Meer fort, ob das Rad der Mühle gebrochen ist oder nicht.‘ Sie waren alle zerbrochen worden, so wie das Mühlrad in den Zeilen von Khalil Gibran. Sie hatten alle gelitten und getrauert, sie waren gestürzt und wieder aufgestanden und manche ihrer Liebsten hatten sie zurücklassen müssen, ohne sie jemals zu vergessen. Doch sie setzten ihren Weg fort, so unweigerlich wie der Fluss.“ (Seite 544)

Lange habe ich mich nicht herangetraut an den siebten und letzten Band der Kashmir-Saga. Seit 2017 verfolge ich die Reihe und habe dabei die vier Hauptpersonen durch Jahrzehnte ihres Lebens begleitet. Rechnet man die Rückblicke mit, haben wir treuen Leserinnen Vikram Sandeep aus Kashmir und dessen eurasische Frau Sameera sowie deren enge Freunde Raja Sharma aus Maharashtra und dessen Jugendliebe Sita schon als blutjunge Männer und Frauen kennengelernt. Jetzt sind sie in ihren Siebzigern bzw. Achtzigern und haben ihr Lebenswerk in jüngere Hände gelegt.

Helden im Ruhestand?

Ihre Feinde aus ferner Vergangenheit dürften inzwischen gestorben und begraben sein oder doch zumindest des Kämpfens müde. Man muss nicht mehr ständig damit rechnen, dass irgendwelche rachedurstigen Gestalten aus dem Hinterhalt springen und dem ehemaligen Geheimdienstmann Vikram oder dem Ex-Knacki Raja für erlittenes oder eingebildetes Unrecht ans Leder wollen. Das klingt nach einem entspannten Ruhestand im Kreise der (Zieh-)Kinder, Enkel und Urenkel.

Die Verantwortung für das Waisenhaus Dar-as-Salam, das Vikram Sandeep einst gegründet hat, um ein bisschen was von dem gut zu machen, was er in seiner aktiven Militärzeit angerichtet hat, trägt jetzt Yussuf Sadaq. Der kennt das Haus und dessen Philosophie, weil er selbst im Dar-as-Salam aufgewachsen ist. Wir erinnern uns: der Kleine, der immer die wildesten Streiche ausgeheckt hat.

Raja Sharma lebt seit dem frühen Unfalltod seiner Frau Sita ebenfalls im Dar-as-Salam und hat seine turbulente Großfamilie in Shivapur/Maharashtra zurückgelassen. Der neue Heimleiter kann also auf das Wissen und die Erfahrung von gleich drei Dar-as-Salam-Veteran:innen zurückgreifen: Vikram, Sameera und Raja.

Eine folgenreiche Dummheit

Wäre Vikrams Sohn Mohan nicht als Vierzehnjähriger mit einem geklauten Auto erwischt worden, hätten die Sandeeps und die Sharmas wahrscheinlich nicht mehr viel mit Militär, Polizei, Politik und Terrorismus zu tun gehabt. Aber Major Veer Shinde von der indischen Armee paukt den Teenager heraus, und dessen Vater, der alte Haudegen, schuldet ihm nun was. Er muss den Major bei einer Geheimoperation unterstützen – was fatale Folgen hat. Es ist eben Kashmir – man kommt dort nicht zur Ruhe.

In diesem Zusammenhang erfahren wir auch, was aus dem ehemaligen Heimzögling Sinan Dasouli geworden ist, Salmas unglückseligem Bruder, der sich als Teenager radikalisiert hat und in den Untergrund gegangen ist. Seither hat niemand mehr von ihm gehört. Mit dem Verlust ihres Bruders kann Salma ebenso wenig abschließen wie mit der Erinnerung daran, dass sie damals von einer Gruppe maskierter Männer überfallen worden ist. Wer dafür verantwortlich war und was das mit Sinans Verschwinden zu tun hat, entdeckt sie erst jetzt, nach vielen Jahren. Und die Geschichte ist noch immer nicht vorbei!

Dramatische Rettungsaktion

Haben wir in Band VI nicht alle gedacht, dass die filmreife Romanze zwischen Heimbewohnerin Firouze und ihrem Aftab zu schön ist um wahr zu sein? Nun … wir hatten recht! Als sie nach ihrer Hochzeit nicht mehr für die Familie zu erreichen ist, forscht einer ihrer Ziehbrüder nach – und erfährt beunruhigende Dinge über ihre Schwiegerfamilie! Das führt zu einer spektakulären Rettungsaktion. Die Helden sind zwar älter geworden, aber das Kämpfen haben sie nicht verlernt. Und auch als Rentnertruppe sind sie alles andere als zimperlich. Ihre „friends in high places“ werden wieder einiges unter den Teppich kehren müssen. Nein, Vikram und seine Freunde sind keine Engel, auch wenn sie für die Waisenkinder Kashmirs viel Gutes tun.

Veränderungen

Auch im Dar-as-Salam selbst ist nicht alles eitel Sonnenschein. Wer dort aufgewachsen ist, zählt zur Familie, auch wenn er oder sie eigene Wege geht. Professorin Maryam Khaleed lebt seit fast 20 Jahren im Ausland und kann nicht damit umgehen, dass sich „zuhause“ auch mal was verändert. Ihr Leben ist unstet genug, da soll wenigstens im Dar-as-Salam alles beim Alten bleiben. Tut es aber nicht. Auch nicht ihr zu Gefallen. Und so rauscht sie empört und beleidigt ab, kaum dass sie zu einer Familienfeier angereist ist, und verweigert fortan jeglichen Kontakt zur Familie. Das bricht ihren Zieheltern und -geschwistern das Herz.

Mohan Sandeep, inzwischen erwachsen und Jura-Student, lässt sich solche Kindereien nicht bieten und reist unangemeldet nach Cambridge, Massachusetts, um mit seiner Ziehschwester mal Klartext zu reden. Dieser ungebetene Verwandtenbesuch hat weitreichende Folgen, nicht nur für Maryam.

Kleine und große Dramen

So gibt es viele kleine und große Dramen rund um die Bewohner und Freunde des Dar-as-Salam. Von ein paar unserer liebgewonnenen Romanhelden müssen wir uns für immer verabschieden. Da muss man manchmal ganz schön schlucken. Es ist hier fast so wie bei GAME OF THRONES: Die Autorinnen haben keine Hemmungen, ihre Lieblinge sterben zu lassen, wenn es dramaturgisch notwendig ist. Es gibt aber auch herzerwärmende Liebesgeschichten, einige Hochzeiten, selbst über nationale, religiöse und kulturelle Grenzen hinweg, und jede Menge Nachwuchs. Wie das Leben so spielt.

Ich habe schon vor Jahren aufgegeben, den Überblick über die unaufhörlich wachsenden Großfamilien behalten zu wollen. Da rettet mich auch kein Personenverzeichnis. Dass die Ziehkinder der Sandeeps und die Nachkommen der Rajas auch noch untereinander heiraten, macht die Sache nicht übersichtlicher. Egal! Hauptsache, die Autorinnen haben ihr Romanpersonal im Griff. Beim Lesen stelle ich mir immer vor, dass sie einen weit verzweigten Stammbaum auf ihren Rechnern haben und dort bei Bedarf einen Ehepartner für eine Figur herunterpflücken: ‚Ein Sohn/eine Tochter von A? Nein, zu alt. Aus der Familie B? Hm, falsche Religion. Da müsste einer konvertieren. Jemand von der Familie C? Auch nicht. Die wohnen zu weit weg. Wie sollte das Paar sich kennenlernen?‘

Alles dahin?

Irgendwann hat dann jeder Topf, der einen Deckel haben wollte, auch einen gefunden, und der Leser denkt, jetzt kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Aber, hey, das ist Kashmir! Da ist immer irgendwas! Das Schicksal holt noch einmal zu einem gewaltigen Schlag aus und alles, wofür Sandeeps und Sharmas gelebt und gearbeitet haben, scheint für immer verloren … Das wäre allerdings ein Jammer! Der Gedanke, der hinter dem Dar-as-Salam steht, hätte wirklich das Zeug dazu, Verständnis füreinander zu wecken und zum friedlichen Zusammenleben beizutragen:

„Vikram baba hat damals ausschließlich muslimische Waisenkinder aufgenommen, weil er als Hindu ein Zeichen setzen wollte. Aber ich bin Muslim … und es gibt auch viele Hindu-Waisen in Kashmir, die Hilfe brauchen. Ich möchte ab sofort Kinder aller Glaubensrichtungen bei mir aufnehmen – damit sie gemeinsam aufwachsen und dabei auch lernen, die Religionen der jeweils anderen zu achten. (Seite 538)

Eine Idee gibt Hoffnung

Das Leben geht weiter. Solange wir atmen, hoffen wir. Und so ist zwar die Kashmir-Saga zu Ende aber die Idee, die hinter dem Dar-as-Salam stand, wird mit etwas Glück weiterleben und hoffentlich die gewünschten Früchte tragen.

Die Reihe hat mit diesem Band einen schönen und würdigen Abschluss gefunden. Trotzdem werde ich die eigenwilligen Helden und ihre trubeligen Großfamilien vermissen. So ist das immer, wenn einem Serienfiguren über die Jahre so richtig ans Herz gewachsen sind.

 

Hoffnung, Mut und Zuversicht - was auch immer kommen mag
Janosh, 29. August 2022 (5/5)

Seit ein paar Jahren begleitet mich die Kashmir-Saga nun bereits. Der erste Band, „Das Haus des Friedens“, hat mich seinerzeit bewegt, wie nur wirklich gute und mitreißende Bücher es vermögen. Die so sympathischen, wie auch facettenreichen Protagonisten ins Herz zu schließen, war leicht, ihrem Werdegang und ihren Schicksalen zu folgen immer wieder ein emotionales Abenteuer. Nie war es einfach, sich nach Beendigung der sechs Vorgängerbänden von ihnen und dem wunderschönen, vom Unheil verfolgten Kashmir-Tal an den Ausläufern des Himalaya, seit Jahrzehnten Spielball politischer Interessen unterschiedlicher Staaten, in dem die Saga, nehmen wir einmal den zweiten Band aus, zum Großteil angesiedelt ist, zu trennen. Doch der nächste Band würde ja folgen...

„Der Strom des Lebens“ nun bedeutet den endgültigen Abschied, bedeutet das Ende einer so bunten wie gefahrvollen und oft genug aufwühlenden, den Atem stocken lassenden, immer tief berührenden Geschichte, in der man sich verlieren, die einen alles um sich herum vergessen machen kann, denn zu ihr in Distanz zu treten ist kaum möglich. Die beiden Autorinnen, Simone Dorra und Ingrid Zellner, erzählen ihre Saga unglaublich gut, lebendig, schlüssig, stets nachvollziehbar, voller berauschender Phantasie - und ganz offensichtlich mit großer Lust am Fabulieren. Und dies durchgängig! Eine Buchreihe, die keine Schwächen aufweist und genau aus dem Stoff gemacht ist, aus dem die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht oder das unvergessliche Epos „Palast der Winde“ oder sogar, um auf einen anderen Kontinent überzuwechseln, „Vom Winde verweht“ und die „Louisiana-Trilogie“ gewebt sind – exotisch, abenteuerlich, gefährlich, tragisch-traurig, dabei heiter, romantisch und zum Weinen schön!

Im Abschlussband der Kashmir-Saga, der bereits in der Zukunft spielt, über die man freilich nur spekulieren kann, die aber meines Erachtens und in Kenntnis der eigentlich seit Jahren unverändert angespannten bis geradezu dramatischen Situation in dem Land zwischen den Mächten – die übrigens immer wieder auch in den sieben Bänden der Saga thematisiert wird - durchaus realistisch erscheint, begegnen die Hauptfiguren, Vikram und Sameera Sandeep und Raja Sharma, dem Leser in nunmehr fortgeschrittenem Alter, doch unverändert idealistisch, tatkräftig und trotz der Prüfungen, die sie die Autorinnen haben erleiden und, mit unübersehbaren Blessuren an Körper und Seele, bestehen lassen, keinesfalls gebrochen, nicht wirklich müde geworden und nach wie vor voller Hoffnung, was ihr Herzensprojekt, das Waisenhaus Dar-as-Salam, dem seine schwersten Zeiten noch bevorstehen sollen, zum einen und zum anderen die Zukunft ihrer so gefährdeten Heimat, immer wieder bedroht von Anschlägen fanatischer Fundamentalisten oder schlichtweg Terroristen, anbelangt.

Was sich am Ende des direkten Vorgängerbandes, „Flug mit dem Wind“, bereits abzeichnete, die Übergabe des Waisenhauses in jüngere Hände, ist im hier zu besprechenden letzten Band bereits vollzogen: Eines der von Vikram ins Dar-as-Salam geholten und von ihm und seiner Frau Sameera voller Liebe, Verständnis und Toleranz aufgezogenen Waisenkinder erweist sich als der beste Nachfolger, den Vikram sich nur wünschen konnte. Sein Lebenswerk ist in guten Händen – und eigentlich könnte er sich nun zurücklehnen und, gemeinsam mit Ehefrau und Freund, die Früchte seines Schaffens genießen! Oder etwa doch nicht?

Wer, wozu ich nur raten kann, die sechs Vorgängerbände gelesen hat, hat mehr als nur eine Ahnung von dem, was Vikram und die Seinen erwartet, weiß gar schon zu Beginn der Lektüre, an dem sich bereits dunkle, regelrecht rabenschwarze Wolken am Horizont abzeichnen, dass das, was da kommt, das Leben aller im Dar-as-Salam verändern könnte! Natürlich werden Vikrams immer noch zahlreiche Feinde keine Ruhe geben, selbstverständlich werden sie sich Perfides einfallen lassen, um dem Helden, dem nunmehr alt und grau gewordenen Löwen, der bereits so viele Gefahren gemeistert hat, das Leben schwerzumachen oder ihm sogar das Lebenslicht auszublasen.

Das Verhängnis, so fürchtet man, wird wohl unaufhaltsam seinen Lauf nehmen, obwohl die Autorinnen ihre Leser durch immer wieder eingestreute längere oder kürzere Passagen unbeschwerter Freude und des Friedens, oft gewürzt mit dem liebenswürdigsten Humor, ablenken von dem Bösen, das sich da im Hintergrund zusammenbraut – und das dann unvermittelt, scheinbar ohne Vorwarnung, hereinbricht auf die Protagonisten und ihre Familien. Gerade letzteren, vor allem den längst erwachsenen Ziehkindern der Sandeeps, kommt in „Der Strom des Lebens“ eine gewichtige Rolle zu, quasi eine Fortführung dessen, was in Band Sechs seinen Anfang genommen hatte. Wir lernen sie immer besser kennen, die so unterschiedlichen Ziehgeschwister, verfolgen ihren Lebensweg mit großer Anteilnahme, teilen den Stolz ihrer Eltern auf das, was sie aus sich gemacht haben, genauso wie deren Verzweiflung, wenn sich ihr Schicksal auf eine nicht erwartete, tragische Weise erfüllt.

„Der Strom des Lebens“! Der Titel, den das Autorenduo seinem Schwanengesang zugewiesen hat und der nicht besser hätte gewählt sein können, durchzieht den Roman genauso, wie es diejenigen seiner jeweiligen Vorgänger getan haben. Der Strom des Lebens ist unaufhaltsam, er steht nicht still, fließt immer weiter, bringt Veränderungen, bringt Glück, ebenso wie Leid; er reißt die Menschen, die sich in seinen Strömungen verfangen und aufgeben, mit – und trägt doch die Hoffnung auf Zukunft in sich, wenn man sich seinen Untiefen nicht ergibt, wenn man sich trotz aller tiefer und tiefster Täler, durch die man sich gerungen hat, nicht zerstören lässt, wenn man, wie die Protagonisten in Simone Dorras und Ingrid Zellners Kashmir-Saga, seinen mannigfaltigen Feinden ein „dennoch“ entgegensetzt, ihnen signalisiert, dass sie sich nicht beugen werden, was immer sie auch versuchen mögen, und dass weder Gewalt, noch Mord, noch Terror die Oberhand behalten werden!

Eine gewaltige Botschaft! Eine, die den würdigen Abschluss der Kashmir-Saga bildet, dieses Liedes der Hoffnung, dessen Melodie aus Freundschaft, Solidarität, Liebe und Treue gewoben ist und die noch lange in den Lesern nachklingt. Unvergesslich und ihresgleichen suchend!


 

Leserstimmen


"Die Reihe hat mit diesem Band einen schönen und würdigen Abschluss gefunden. Trotzdem werde ich die eigenwilligen Helden und ihre trubeligen Großfamilien vermissen. So ist das immer, wenn einem Serienfiguren über die Jahre so richtig ans Herz gewachsen sind." (Edith Nebel)

"Ein wahres Epos geht zu Ende – leider, und ich fühle einen wahren Abschiedsschmerz. So viel Gefühl, so viel Emotionen, schöne wie auch traurige." (Gelinde, 5/5)


"Es geht um Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt. Klare Weiterempfehlung." (Nicole_Thoene, 5/5)

"Das Buch lebt auch von den vielen Gesprächen, die immer etwas Besonderes sind und in die Tiefe gehen." (mabuerele, 5/5)


"Wie bei den anderen Bänden auch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Dafür gilt den beiden Autorinnen Simone Dorra und Ingrid Zellner ein großes Lob, die das über die sieben Bände wunderbar hinbekommen haben." (Martinchen, 5/5)


"Obwohl ich die Vorgängerbände nicht gelesen habe, hatte ich keine Probleme, der Geschichte von Anfang an zu folgen, denn in den ersten Kapiteln werden die wichtigsten Figuren nochmals vorgestellt und das Personenverzeichnis am Ende des Buches ist eine weitere Unterstützung." (David, 5/5)

"Neben Liebe, Glück und Segen erleben wir auch Schicksalsschläge, Terror und Gewalt. Es ist der 'Strom des Lebens' mit vielen Gefühlsfacetten, der den Spannungsbogen hält mit eingestreuten Informationen über Kashmir und die dort herrschenden Glaubenskonflikte im Land." (Coriso, 5/5)

"Die beiden Autorinnen Simone Dorra und Ingrid Zellner scheuen sich nicht, die Probleme Kashmirs und ihre Auswirkungen auf die Bewohner zu benennen und so ist natürlich manches Drama vorprogrammiert. Trotz allem gelingt es ihnen, dabei nie ins Kitschige abzugleiten und die großen Bollywood-Schinken begegnen uns Lesern nur in den Filmen und Liedern, die die Waisenhaus-Bewohner zitieren." (SusanD, 5/5)

"Diese Saga hat von jedem etwas, Romantik, Spannung, und auch etwas von einem Thriller, also für jeden ist etwas dabei." (Vanessa-v8, 5/5)

"Es gibt unverhoffte Wendungen, packende Emotionen, Tiefe und psychologische Feinzeichnung. Wieder einmal exzellent recherchiert." (Angelsammy, 5/5)

"Simone Dorra und Ingrid Zellner erzählen ihre Saga unglaublich gut, lebendig, schlüssig, stets nachvollziehbar, voller berauschender Phantasie - und ganz offensichtlich mit großer Lust am Fabulieren. Und dies durchgängig!" (Janosh, 5/5)

"Ich bin den Autorinnen aufrichtig dankbar, dass sie mir die Tür zu dieser Welt geöffnet haben. Ich habe vieles über Kashmir gelernt wie die bedrückenden politischen und sozialen Verhältnisse, die Vielzahl der Gerichte, bei deren Beschreibung allein mir das Wasser im Mund zusammengelaufen ist und die Einblicke in indische Filmmusik. Das wird überstrahlt von den liebenswerten , lebendigen Charakteren, die ich über so viele Jahre begleiten durfte. Die Ereignisse waren oft erschreckend, berührend und auch zum lachen, aber nie pathetisch oder unrealistisch. Shukriya!" (Lesewunder, 5/5)

"Ich nehme mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied von den liebgewordenen Protagonisten und werde sicherlich noch oft an diese großartigen Bücher denken." (Langeweile, 5/5)

 

Presse

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Alb-Bote (Südwest-Presse), 23. Mai 2022

 

"Wieder ist es dem Autorenduo gelungen, mich tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Ich war in Kashmir, mit Haut und Haaren. Habe die Geschichte miterlebt und mitgefiebert. (...) Voller Feingefühl wird uns wieder vor Augen geführt, wie wertvoll Freundschaft und ein fester Zusammenhalt ist. Auch wenn Niederlagen, Tod und Zerstörung den Moment beherrschen. Doch Liebe, Toleranz und Hoffnung geben immer Raum zu einem Neubeginn. Bei allem Schrecken und allen dramatischen Ereignissen gab es ein wunderbar versöhnliches Ende, das zeigt, der Strom des Lebens geht unaufhaltsam weiter. (...) Ich habe jede der gut 550 Seiten genossen (auch wenn ich manchmal die Luft anhalten musste). Die vier Hauptprotagonisten werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben und in mir nachhallen. Ein krönender Abschluss für die brillante Kashmir-Saga. Ich bin wieder absolut begeistert und würde gern mehr als 5 Sterne vergeben." (Gelinde, 5/5)


"'Der Strom des Lebens'! Der Titel, den das Autorenduo seinem Schwanengesang zugewiesen hat und der nicht besser hätte gewählt sein können, durchzieht den Roman genauso, wie es diejenigen seiner jeweiligen Vorgänger getan haben. Der Strom des Lebens ist unaufhaltsam, er steht nicht still, fließt immer weiter, bringt Veränderungen, bringt Glück, ebenso wie Leid; er reißt die Menschen, die sich in seinen Strömungen verfangen und aufgeben, mit – und trägt doch die Hoffnung auf Zukunft in sich, wenn man sich seinen Untiefen nicht ergibt, wenn man sich trotz aller tiefer und tiefster Täler, durch die man sich gerungen hat, nicht zerstören lässt, wenn man, wie die Protagonisten in Simone Dorras und Ingrid Zellners Kashmir-Saga, seinen mannigfaltigen Feinden ein 'dennoch' entgegensetzt, ihnen signalisiert, dass sie sich nicht beugen werden, was immer sie auch versuchen mögen, und dass weder Gewalt, noch Mord, noch Terror die Oberhand behalten werden! Eine gewaltige Botschaft! Eine, die den würdigen Abschluss der Kashmir-Saga bildet, dieses Liedes der Hoffnung, dessen Melodie aus Freundschaft, Solidarität, Liebe und Treue gewoben ist und die noch lange in den Lesern nachklingt. Unvergesslich und ihresgleichen suchend!" (Janosh, 5/5)

 

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Wenn die Lichter ausgehen (HitMYFeel/Shutterstock.com)